Kultusminister Andreas Jung zu Gast an der Selma-Rosenfeld-Realschule: Wiederbelebung lernen, Leben retten

Wie Jugendliche lebensrettende Maßnahmen trainieren – und warum dieses Beispiel Schule machen soll

Wie können Schülerinnen und Schüler lernen, im Notfall Leben zu retten? Davon überzeugte sich Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung bei seinem Besuch an der Selma-Rosenfeld-Realschule in Eppingen. Der Schulsanitätsdienst demonstrierte praktische Wiederbelebungsübungen und zeigte, wie lebensrettende Erste Hilfe im Schulalltag vermittelt und trainiert wird.

Kultusminister Jung würdigte besonders das freiwillige Engagement der Jugendlichen, die sich über den regulären Unterricht hinaus für andere einsetzen. Das Beispiel aus Eppingen wolle er ins Kultusministerium nach Stuttgart tragen, um weitere Schulen für vergleichbare Initiativen zu gewinnen.

Wiederbelebung gehört ins Klassenzimmer

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Wer sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnt, kann Leben retten, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Obwohl die Laienreanimationsquote in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen ist, besteht weiterhin Entwicklungspotenzial. In skandinavischen Ländern wird Wiederbelebung deshalb frühzeitig im schulischen Alltag vermittelt.

Auch Baden-Württemberg will die Wiederbelebungsausbildung an Schulen voranbringen. Dr. Michael Preusch, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Eppingen und selbst Notfallmediziner, hat sich dafür eingesetzt, das Vorhaben im Koalitionsvertrag zu verankern. Der Besuch in Eppingen zeigte, wie aus diesem politischen Anliegen gelebte Praxis werden kann.

Nicht nur wissen – im Ernstfall handeln

Unter der Leitung von Eva Grünberger engagieren sich rund 20 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 im Schulsanitätsdienst. Für die Lehrerin steht dabei nicht allein die Vermittlung von Wissen im Mittelpunkt. Informationen seien heute durch digitale Medien und Künstliche Intelligenz leicht verfügbar. Entscheidend sei vielmehr, dass Jugendliche das Gelernte praktisch anwenden, Abläufe trainieren und Sicherheit für den Ernstfall gewinnen.

Der Schulsanitätsdienst wird in seiner Arbeit durch das Deutsche Rote Kreuz unterstützt. Beim Besuch waren deshalb auch Melanie Veith, Kreisgeschäftsführerin des DRK Heilbronn, und Astrid Schmidt, Koordinatorin der Schulsanitätsdienste, dabei.

Markus Wenz, Amtsleiter des Staatlichen Schulamts Heilbronn, begleitete ebenfalls den Termin. Schulleiterin Silke Döll unterstützt den Schulsanitätsdienst von Beginn an. Das Engagement passt zum Profil der Selma-Rosenfeld-Realschule als „Sozialwirksame Schule“: Verantwortung übernehmen, aufmerksam sein und anderen helfen – diese Werte werden hier nicht nur vermittelt, sondern praktisch gelebt.

 

Ein Beispiel, das landesweit Schule machen soll

Die Hoffnung ist, dass das Eppinger Beispiel weit über die Region hinaus Strahlkraft entfaltet und dazu beiträgt, Wiederbelebung fest im Lehrplan zu verankern. Damit künftig möglichst alle Schülerinnen und Schüler lernen, im Notfall beherzt einzugreifen. Denn wer Wiederbelebung beherrscht, kann im entscheidenden Moment den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

Unter dem Titel „Erste-Hilfe kinderleicht – Kultusminister Jung in Eppingen“ wurde der Besuch in einem Filmbeitrag von KraichgauTV begleitet.