Eine besondere Gelegenheit bot dabei der Deutschlandbesuch von Sven Hertner, Schulleiter der Deutsch Internationalen Schule Sharjah, der seinen Aufenthalt nutzte, um persönlich an dem Informationsabend in Eppingen teilzunehmen. Dass er den Austausch aus zwei Perspektiven kennt, macht ihn zu einem besonderen Ansprechpartner: Bevor er nach Sharjah wechselte, war er Schulleiter an einer Heilbronner Schule und kennt dadurch sowohl die deutsche als auch die emiratische Schulkultur aus eigener Erfahrung. Die kulturellen Unterschiede, aber auch die vielen Gemeinsamkeiten beider Länder, konnte er den Eltern deshalb besonders anschaulich vermitteln.
Gemeinsam mit der Schulleiterin der Selma-Rosenfeld-Realschule, Frau Silke Döll, sowie den Lehrerinnen Eva Grünberger und Verena Schmitt-Eisele, die den Austausch auf deutscher Seite organisieren, informierte er über kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. Schnell wurde deutlich: Dieser Austausch ist weit mehr als eine Reise – er ist eine Begegnung zwischen zwei Kulturen und eine Chance, Freundschaften über Ländergrenzen hinweg entstehen zu lassen.
Vom 21. bis 26. September 2026 werden die Schülerinnen und Schüler aus Sharjah gemeinsam mit zwei Lehrkräften in Eppingen zu Gast sein. Untergebracht werden sie in deutschen Gastfamilien, die ihren Gästen den Alltag in Deutschland näherbringen und ihnen ein Zuhause auf Zeit bieten.
Auch das geplante Programm verspricht unvergessliche Erlebnisse. Neben dem gemeinsamen Unterricht an der Selma-Rosenfeld-Realschule stehen ein Empfang bei Oberbürgermeister Klaus Holaschke mit einer kleinen Altstadtführung durch Eppingen, ein Besuch der Experimenta in Heilbronn sowie Ausflüge in die Heidelberger Altstadt und zum Schloss auf dem Programm. Weitere spannende Aktivitäten sollen den Gästen Land und Leute näherbringen.
Besonders interessiert zeigten sich die Eltern an einem ganz praktischen Thema: dem Essen. Sven Hertner konnte schnell beruhigen. Die Schülerinnen und Schüler aus Dubai müssten nicht zwingend Halal essen und seien „ganz normale Teenager“, die genauso gerne Pizza oder Spaghetti mögen wie ihre deutschen Altersgenossen. Ein kleiner kultureller Unterschied bleibt dennoch: Während in den Emiraten vor allem Fladenbrot auf den Tisch kommt, haben dennoch viele Kinder an der Deutschen Internationalen Schule bereits eine deutsche Spezialität für sich entdeckt – Brezeln gehören dort zu den absoluten Favoriten.
Viele Gastfamilien haben inzwischen bereits Kontakt zu den Eltern ihrer Gäste aufgenommen. Auch die Jugendlichen schreiben sich schon gegenseitig Nachrichten. So entstehen schon Wochen vor der Ankunft erste Bekanntschaften, die die Vorfreude auf beiden Seiten wachsen lassen.
Ein besonderer Moment des Abends war der Austausch der Jahrbücher beider Schulen zwischen Frau Döll und Sven Hertner. Die liebevoll gestalteten Jahrbücher geben spannende Einblicke in den jeweiligen Schulalltag und zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich – und zugleich ähnlich – das Leben der Schülerinnen und Schüler in Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist.
Mit einem Schmunzeln berichtete Sven Hertner schließlich, worauf sich viele seiner Schülerinnen und Schüler ganz besonders freuen: Wälder, Wiesen, Seen und weite Felder sind für sie nahezu unbekannt. Gerade diese typisch deutsche Natur möchten sie während ihres Aufenthalts mit eigenen Augen erleben.
Der Elternabend machte deutlich: Der Schüleraustausch ist weit mehr als ein Besuchsprogramm. Er eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, andere Lebenswelten kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und internationale Freundschaften zu schließen. Wenn Ende September die ersten Gäste aus Sharjah in Eppingen ankommen, beginnt für alle Beteiligten ein Abenteuer, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.