Gemeinsam mit zahlreichen Schulsanitätsdiensten aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn wurden die Jugendlichen von Jürgen Bollgönn-Kirch, Intensivfachpfleger im SLK-Klinikum, sowie Astrid Schmidt, Koordinatorin aller Schulsanitätsdienste des DRK Heilbronn, herzlich begrüßt. Schon zu Beginn wurde deutlich: An diesem Tag durften die Schülerinnen und Schüler Orte betreten, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben.
Nach einer Vorstellung der vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten an den SLK-Kliniken begeisterte Oberärztin Dr. Espig mit einem spannenden Vortrag über die unfallchirurgische Versorgung im Schockraum. Anhand eindrucksvoller Beispiele schilderte sie, wie ein perfekt eingespieltes Team unter höchstem Zeitdruck arbeitet, um Leben zu retten.
Nach einer kleinen Stärkung begann der praktische Teil der Exkursion. In Kleingruppen erkundeten die Jugendlichen die Intensivstation, die Radiologie, den Operationssaal, den Schockraum der Zentralen Notaufnahme und die Physiotherapie. Überall nahmen sich die Mitarbeitenden Zeit, Fragen zu beantworten und ihren Arbeitsalltag anschaulich zu erklären.
Ein besonderes Highlight wartete im Operationsbereich: Arne Hockenberger, Schüler der Selma-Rosenfeld-Realschule, durfte selbst auf einem echten Operationstisch Platz nehmen. Währenddessen erklärten die Fachkräfte Schritt für Schritt den Ablauf einer Operation – von der Vorbereitung bis zum eigentlichen Eingriff. So wurde aus trockener Theorie ein hautnahes Erlebnis.
Nicht weniger spannend wurde es in der Radiologie. Dort erklärte ein Arzt den interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten moderner Ultraschalldiagnostik. Raphael König stellte sich spontan als freiwilliger „Patient“ zur Verfügung. Auf dem Bildschirm konnte die Kleingruppe live verfolgen, wie die inneren Organe dargestellt werden. Der Arzt erläuterte anschaulich, wo sich die Leber und andere Organe befinden und wie Ärztinnen und Ärzte mithilfe des Ultraschalls Diagnosen stellen.
Anschließend wechselte die Gruppe auf das benachbarte Gelände des DRK Heilbronn. Im Ausbildungszentrum wartete ein spannendes Wissensquiz gegen eine andere Schule, bei dem die Selma-Schülerinnen und -Schüler ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten. Außerdem erhielten sie Einblicke in die vielfältigen Berufe beim Deutschen Roten Kreuz, lernten den Alltag des Rettungsdienstes kennen und konnten verschiedene Rettungswagen aus nächster Nähe besichtigen. „Nach diesem Tag kann ich mir noch viel besser vorstellen, später einmal im medizinischen Bereich zu arbeiten, zog Kimberly Reimenthal ihr persönliches Fazit.
Für viele blieb vor allem der Blick hinter die sonst verschlossenen Türen des Klinikums unvergessen. „Es war unglaublich spannend, einmal dorthin zu kommen, wo normalerweise nur Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte arbeiten. So etwas erlebt man nicht alle Tage“, berichtete Ella Hockenberger.
Für eine besondere Überraschung sorgte die Begegnung mit einer ehemaligen Schülerin der Selma. Noch im vergangenen Jahr hatte sie selbst als Mitglied des Schulsanitätsdienstes an dieser Exkursion teilgenommen – heute absolviert sie dort ihre Ausbildung. Für die Schülerinnen und Schüler war dies ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aus Interesse am Schulsanitätsdienst eine berufliche Zukunft im Rettungswesen werden kann.
Die Exkursion machte deutlich, wie abwechslungsreich und verantwortungsvoll die Arbeit in Medizin und Rettungsdienst ist. Für den Schulsanitätsdienst der Selma-Rosenfeld-Realschule war dieser Tag weit mehr als ein Ausflug – er war ein Blick hinter die Kulissen einer Welt, in der Wissen, Teamarbeit und Menschlichkeit jeden Tag Leben retten.